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Keramik - Kulturerbe in Europa

  • 06. März 2008. - 01. Juni 2008.
Der Schöpfer und sein Werk

Einführung in das Projekt:

Vom 5. März bis zum 1. Juni kann im Herender Porzellanmuseum eine außergewöhnliche Ausstellung besichtigt werden, die die in der Keramikindustrie tätigen Menschen, die dort angewandten Verfahren und die erzeugten Produkte in den Mittelpunkt stellt. Die Schau ist der wohl am meisten beeindruckende Teil des aus sechs Modulen bestehenden Projekts. Den seit drei Jahre laufenden Projekt-Plan fördert die Europäische Union im Rahmen des Kultur 2000 Projekts. Das Ziel ist die Verknüpfung historischer Zeiten mit der Moderne. Es geht dabei um eine Zusammenarbeit, die von sechs europäischen Porzellanmuseen unter Federführung des in der Stadt Selb in Deutschland befindlichen Europäischen Industriemuseums für Porzellan geleistet wird.

Die Modul in Stichworten: Digitales Archiv, Biografie-Datenbank, visuelle Datenbank, Ausstellung und der damit verbundene Katalog, bibliografische Datenbank bzw. neue Schulungsmethoden für Museen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ziel des Projekts die Vorstellung des gemeinsamen europäischen kulturellen Erbes mit innovativen Methoden ist, das gleichzeitig die individuellen Besonderheiten der einzelnen Regionen in der Weise berücksichtigt, dass auch für andere die kulturelle Einheit erkennbar ist. Die Vorstellung der Menschen, ihrer Arbeit und ihrer Lebensformen trägt dazu bei, die Traditionen für die Nachwelt wach zu halten und zu bewahren.

Über die Ausstellung

Der Projekt-Plan der Menschen (in der wortwörtlichen Übersetzung) und Keramiken kam als gemeinsames Unternehmen sechs größerer Porzellanmuseen vor drei Jahren zustande, die derzeitige Ausstellung präsentiert die bisher erreichten Resultate und ist als Wanderausstellung in den beteiligten Museen Europas und zuletzt in Herend zu sehen.

Gemeinsam mit zahlreichen zusammengestellten Keramikgegenständen umfasst die Ausstellung auch eine umfangreiche Sammlung von Fotografien und Begleittexten. Ihre Besonderheit ist das auf fünf Bildschirmen vorgestellte audiovisuelle Material, das in der Kombination von Design-Elementen, Bildern und Archiv-Filmen die uralten Verfahren der Keramikerzeugung und die Arbeitsumstände der in dieser Industrie tätigen Arbeiter anschaulich zeigt.

Die Ausstellung besteht aus fünf Teilen. Der erste stellt die zur Keramikherstellung verwendeten Rohmaterialien und die im Laufe der Geschichte sich ändernden verschiedenen Modalitäten der Rohstoffgewinnung vor. Der zweite Teil vermittelt ein Panorama der wichtigsten Keramikarten, angefangen bei den Lehm- oder Scherbengefäßen bis zum Hart- und Weichporzellan und Knochenporzellan. Die Vorstellung der Fabriken und des Lebens der dort arbeitenden Männer, Frauen und Kinder bildet den dritten Teil der Ausstellung. Der vierte Teil präsentiert die breite Vielfalt der Verwendung von Keramikprodukten. Außer den bei Tisch, beim Essen verwendeten Gefäßen wird in dieser Sektion der Ausstellung besonderes Augenmerk auf den rein dekorativen Charakter des Porzellans gelenkt und es werden zahlreiche in der Vergangenheit gefertigte und auch heute noch erzeugte wunderschöne Stücke präsentiert. In der fünften und zugleich letzten Sektion der Ausstellung lernen wir viele bedeutende Persönlichkeiten der Keramikgeschichte kennen. Darunter sind solche, die an der technologischen Entwicklung der Keramikherstellung oder an der Verbesserung der Lebensumstände der Angestellten Anteil haben. Viele von ihnen waren Fabrikbesitzer, die sich selbst und erhebliche Summen für die Vervollkommnung der Herstellungsmethoden oder der Verbesserung der Arbeitsumstände ihrer Angestellten einsetzten.

Das Herender Porzellanmuseum, dass im Jahre 2002 mit dem Preis „Museum des Jahres" ausgezeichnet wurde, ist ein würdiger Ausstellungsort für die Schau, die nicht nur die Schönheit und den Schmuckwert von Keramik und Porzellan in den Mittelpunkt stellt, sondern das Hauptaugenmerk auf den Menschen lenkt. Auf den Schöpfer und sein Werk. In Großbuchstaben. Die Schöpfer und die Werke der handwerklichen Porzellanerzeugung können bis zum ersten Juni in Herend in der Porzellanstadt Ungarns betrachtet werden.