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Lernen Sie die Geschichte des Herend Museums kennen
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Die Geschichte der umfangreichsten Herender Porzellan-Sammlung![]()
Wer als Porzellanliebhaber oder Verehrer der grossen ungarischen Leistungen der Vergangenheit (und auch der Gegenwart) nach Herend reist, sieht schon von weitem das spätklassizistische, zweistöckige Gebäude des Porzellan-Museums Herend. Zwischen diesen Mauern entstanden die ersten Herender Porzellane. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude mehrmals umgebaut, doch der originale Gebäudeteil veränderte sich im Verlaufe dieser Zeit nicht grundlegend. Bereits zur Zeit Mór Fischers reifte die Idee, die in Herend entstehenden Porzellangegenstände zu sammeln. So richtete Mór Fischer 1852 in seinem Einfamilienhaus in Tata einen ständigen Ausstellungsraum und ein Warenlager ein, die jedoch in erster Linie Handelszwecken dienten. Die Zahl der ausgestellten Gegenstände bildete nur einen Bruchteil der heutigen Museumssammlung, doch gelang es dank der Produktivität der Manufaktur in der Fischer-Epoche, dem interessierten Publikum eine ständig wachsende Zahl an Porzellangegenständen zu präsentieren. In unserer heutigen Sammlung finden sich dank Mór Fischers auch Kunstwerke aus den Anfangsjahren seines Wirkens, denn er war nicht nur Schöpfer, sondern auch ein begeisterter Kunstsammler.
Sein Enkel Jenő Fischer Farkasházy bereicherte als späterer, künstlerisch gebildeter Eigentümer, der viele Jahre in London, Paris und Brüssel lebte, die Manufaktur mit einer wertvollen Bibliothek und einer Privatsammlung von ausserordentlichem Wert. Als Kunstliterat erwarb er sich mit seinen Studien und Schriften auf dem Gebiet der Porzellankunst Achtung in Fachkreisen. Mit Sachverstand und Zielstrebigkeit ging er an das Sammeln von musealem Material und legte 1896 den Grundstein für das heutige Museum. Er erkannte, dass die alten Herender Formen und Muster sowie die Kunstwerke, die der Manufaktur einst den Welterfolg brachten, nicht nur von dauerndem Wert waren, sondern auch die Quelle neuer Entwicklungen darstellen. Der breiten Öffentlichkeit wurde das Museum der Manufaktur unmittelbar vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zugänglich gemacht, als bereits die Trennung vom gewerblichen Ausstellungsraum erfolgt war. Dieses Museum erfreute sich eines erheblichen Besucherandrangs, hatte jedoch nur bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand. Mit dem Umbau des Museums im Jahre 1964 veränderte sich dessen äusseres und inneres Erscheinungsbild enorm. Die vollzogene Erneuerung war erforderlich, wenn wir nur daran denken, dass wir das Herender Porzellan auf Grund seiner Vergangenheit und seines europäischen Ranges unter die Grossen der Porzellanherstellung reihen. Neben der ständigen Ausstellung erlaubte die technologische Präsentation zudem einen Einblick in einzelne Phasen der Porzellanherstellung. Diese Präsentation kann heute von den Gästen in der Minimanufaktur besichtigt werden, die Teil des Herender Touristikzentrums Porcelanium ist, welches sich gegenüber dem Museum befindet. Seit 1991 arbeitet das Museum in Form einer Stiftung, deren Gründer die Porzellan-Manufaktur Herend AG ist. Im Mai 1998 wurde dem Museum das Dachgeschoss angeschlossen, welches bis dahin als Lager der Manufaktur zur Aufbewahrung alter Kunstwerke sowie Formen und Dekore diente. Heute befinden sich hier die Büroräume des Museums, die Werkstatt des Restaurators und diverse Lagerräume.
Zwei Jahre später wurde die komplette Erneuerung des Museumsgebäudes und die Umgestaltung der Ausstellung auf Grundlage einer neuen Konzeption abgeschlossen. Bei den Restaurierungsarbeiten musste hinsichtlich der Planung und der Ausführung ausgesprochen umsichtig vorgegangen werden, nachdem das im Stil des späten Klassizismus errichtete Museumsgebäude (das einstige Fabrikgebäude) heute unter Denkmalschutz steht. Die Planer strebten danach, den Charakter des Gebäudes mit solchen Lösungen der Innenarchitektur zu paaren, die auch der Funktion eines Museums gerecht werden. Unter Beibehaltung der Stützmauern des ursprünglichen Gebäudes finden sich im unteren Geschoss für den Empfang der Gäste geeignete Räumlichkeiten, ein breites Portal und auch die Räume für temporäre Ausstellungen, die verschiedenste Werke der Angewandten Kunst und der Bildenden Künste beherbergen. Als organische Anbindung an das Gebäude findet sich hier außerdem ein original holzbefeuerter Ofen; im gleichen Raum erwartet die Besucher ein aussergewöhnliches Wandgemälde, welches den aufmerksamen Betrachter in die Vergangenheit der Manufaktur entführt. Das Porzellan-Museum Herend sieht über das Ziel Mór Fischers, welches vorrangig in der reinen Präsentation der Porzellangegenstände bestand, hinaus seine Aufgabe in der fachgerechten Betreuung des interessierten Publikums, in der ständigen Erweiterung der Porzellan-Sammlung und des Dokumentenarchivs sowie in der aktiven Teilnahme an den Forschungsarbeiten der Kunsthistoriker auf dem Gebiet der Porzellangeschichte. Diese geschichtliche Zusammenfassung macht deutlich, dass die Besucher des Porzellan-Museums Herend einen vielseitigen Einblick in die Ereignisse der vergangenen Jahrhunderte erhalten. |