2008. Juli 16.
Jedes dritte Jahr wird in dem traditionsreichsten Zentrum der japanischen Keramikkultur, der in der südlichen Region der Präfektur Gifu gelegenen Stadt Tajimi das internationale Keramikfestival MINO und die gleichnamige Ausschreibung veranstaltet.
Die Heimstätte einer der bedeutendsten Keramiktriennalen der Welt ist der MINO Keramikpark, der mit der Zielsetzung gebaut wurde, die zeitgenössische Keramikkunst vorzustellen. In dem besonders imposanten Gebäudekomplex vereinigen sich moderne und außergewöhnliche architektonische Merkmale.
Heuer wurden etwa 2000 Bewerbungen aus mehr als 50 Ländern bzw. Regionen registriert, aus denen die internationale Jury 200 Werke für die Ausstellung ausgewählt hat.
Der Porzellandesignkünstler Ákos Tamás von der Porzellanmanufaktur Herend hat nun für seine Arbeit mit dem Titel „CUT” den Sonderpreis der Kategorie Keramikdesign erhalten.
Um den weltbekannten klassischen Herendstil zu erneuern und um das Interesse der heutigen jüngeren Generationen zu erwecken, hat Ákos Tamás mit explizit stilprägender Intention diese schneeweiße Kollektion gefertigt, und damit gleichzeitig die allerälteste Handwerkstradition von Herend, den „Durchbruch” in einer originellen und neuartigen Weise repräsentiert.
Auf den mit schlanker Linie versehenen, durchscheinenden Vasen wechseln sich die matten und glänzenden Flächen ab, während die im Rohzustand eingeschnittenen und mit der Hand geformten Teile nach dem Brennen auf ewig die „Intelligenz der Hände” bewahren, und dadurch dem Kunstwerk eine eigene, einzigartige Dekorativität verleihen. Die Botschaft dieses fast schon persönlichen Designs ist die Unmittelbarkeit und eine Aufwertung der Manufakturtraditionen in der Maschinenwelt des 21. Jahrhunderts.
Pálma Babos, die künstlerische Leiterin der Manufaktur, hat in der Kategorie „Keramik Art” die Auszeichnung „Honorable Mention” gewonnen.
Titel der Skulptur: Turm. Material: Glasiertes Porzellan. Technik: mit Hand aufgebaut. Maße: 25 x 32 x 60cm.
Denn wenn etwas nachwirkt, dann existiert es...
Zuerst erschien ihr die Dichte der Großstädte, dann ging sie mit dieser Vision in Richtung der Phantasiebilder der Zukunft. Aus monotonen kleinen Elementen entsteht der Turm, die Menge der Türme erschafft die Stadt. Die leichte, luftige, nach dem Zufallsprinzip behandelte Konstruktion ist mit einer strengen inneren Konstruktion gepaart.
Sie hat die Stadt aus weißem Porzellan aufgebaut, dessen Oberflächenreichtum durch das Spiel von Licht und Schatten entsteht. Das geometrische System wird durch die natürliche Erweichung des Materials aufgelöst, die im Zuge des Brennens bei 1380 °C entsteht.
Das 8. Internationale Keramikfestival kann man vom 1. August bis 30. September 2008 im Mino Keramikpark besuchen.
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