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2006. Oktober 20.

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Die Gedenktafel zu Ehren von Mór Fischer wurde am 11. Oktober am Familiengrabstätte in Tata enthüllt und von dem Oberrabbiner Tamás Raj geweiht.

Die Büste des auch als zweiten Gründer der Herender Manufaktur bezeichneten Mór Fischer wurde im Sitzungssaal des Bürgermeisteramtes enthüllt. Die Erinnerung an den 180. Jahrestag der Gründung der Herender Manufaktur ist kein Zufall, denn Fischer wird als der eigentliche Gründer des Unternehmens von Weltruf angesehen. Das Erscheinen des zu der Tataer Kaufmannsfamilie gehörenden Mór Fischer in Herend bedeutete das Fortbestehen für die mit wirtschaftlichen und finanziellen Problemen kämpfende, kleine Porzellanmanufaktur. Anfangs unterstützte Mór Fischer den Betrieb nur mit Krediten, später wurde er Miteigentümer und danach am 2. Juli 1840 zum Eigentümer der Herender Porzellanmanufaktur.

Die erste wirkliche Anerkennung der Arbeit von Mór Fischer brachte die Industrieausstellung von 1842. Lajos Kossuth würdigte die Herender Erzeugnisse mit den Worten, dass sie "auch den Ansprüchen einer herzoglichen Tafel genügten". Ein Jahr später überreichte er ihm selbst die Goldmedaille.
Den Arbeitseifer und die Ambitionen des Eigentümers konnte auch die verheerende Feuersbrunst im Jahre 1843 nicht brechen. Nach der Beseitigung der Schäden wurden im Leben der Manufaktur tiefgehende Veränderungen vorgenommen. Die Herstellung von alltäglichen Gehbrauchsgegenständen wurde aufgegeben, da Fischer klar erkannte, dass auf den Märkten im Ausland nur Ware von ausgezeichneter Qualität bestehen kann, wenn sie den Wettbewerb mit solchen angesehenen Manufakturen wie Meissen, Sévres, Capo di Monte oder Wien aufnehmen will. Obwohl er die Form der alten fernöstlichen Porzellane und ihre schmückenden Motive übernahm, gestaltet er sie doch zu unverwechselbar Herender Porzellan, in dem er ihnen einen einzigartigen Charakter verlieh. Zugleich experimentierte er mit Glasuren, Farben und Brennverfahren.

Mit dem Übergang zu verschwenderischer Formenwelt und reichen Schmuckelementen machte Herend den ersten Schritt auf dem Weg, die Welt zu erobern. Die internationale Anerkennung der technischen und künstlerischen Bestrebungen brachte die 1851 begonnene Reihe der Weltausstellungen. Im Londoner Crystal Palace erhielten die Herender Erzeugnisse die Medaille für erstklassige Erzeugnisse. Hier bestellte Königin Victoria ein unter chinesischem Einfluss geschaffenes Service mit Schmetterlings- und Blumenmuster, das unter dem Namen Viktória zu den beliebtesten Herender Dekoren gehört. Jedes zweite Jahr folgten eine weitere Weltausstellung und weitere Preise in New York und Paris und auch mehrere Orden, so beispielsweise der Verdienstorden in Gold des belgischen Königs, die für die Weltausstellung von 1862 verliehene Medaille Honoris Causa, der Ehrentitel des Franz-Josepf-Ritterordens und das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion. Franz Joseph verlieh Fischer den Adelstitel unter Beifügung des Namens Farkasházy.

Die wirkliche Anerkennung bedeuteten allerdings die von kaiserlichen und königlichen Höfen, vom ausländischen und ungarischen Hochadel und Notabilitäten aus Kunst und Politik eingehenden Bestellungen. Unter den Bestellern waren der österreichische Kaiser und ungarische König Franz Joseph, die englische Königin Victoria, die französische Kaiserin Eugenie, der russische Zar Alexander II., der persische Schah, Graf Rudolf Apponyi, Graf Pál Esterházy, die Barone Rothschild und Alexander von Humboldt. Mór Fischer Farkasházy zog sich 1876 nach Tata zurück. Seine Tätigkeit steht für eine ganz Epoche der Herender Manufaktur und trug auch in hohem Maße zur Entwicklung der Porzellankunst der Welt bei.

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