2006. Juli 29.
Jedes Jahr geht dem Anna-Ball, der an dem dem Annatag am nächsten liegenden Sonntag veranstaltet wird, gespannte Erwartung voraus. Die malerische Gegend ruft die Gäste immer aufs Neue in die Stadt am Balatonufer, wo sich schon zur Reformzeit jeden Sommer die angesehensten Künstler und Politiker trafen.
Die Herender Porzellan-Manufaktur ist seit 1997 der Hauptsponsor des ältesten und zugleich berühmtesten Balls von Ungarn. Die Pflege klassischer Schönheit und der kulturellen Werte spielte immer eine wichtige Rolle in der Unternehmenskultur der Manufaktur.
Die Zusammenarbeit ist kein Zufall, denn es gibt zahlreiche Verknüpfungen zwischen der hervorragenden Veranstaltung und Herend.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Herend das berühmte Service Balatonfüred angefertigt, auf dessen Teilen die Herender Maler das einstige Balatonufer und die Ansicht von Füred, die Gebäude der Stadt verewigten, darunter auch das Horváth-Haus, in dem der erste Ball veranstaltet wurde.
Die vielleicht anrührendste Geschichte ist mit der Herender Figur eines bekannten ungarischen Husaren verbunden.
Die Figur bildet die Gestalt von Ernő Kiss, dem späteren Blutzeugen von Arad, in der Paradeuniform des Hannoverschen Husarenregiments ab, der auf dem ersten Ball seine spätere Ehefrau
Anna Krisztina Horváth kennen lernte.
Eines der wichtigsten Geschehnisse des Abends ist die Wahl der Ballkönigin. Die Damen erhalten jedes Jahr nummerierte Porzellanherzen, die sie auf dem Ball als Medaillon tragen und später als Andenken behalten können, die Abstimmung erfolgt aufgrund dieser Nummern.
In diesem Jahr wurde Anna Apró, die 17-jährige Schülerin aus Zalaegerszeg, zur Ballkönigin des 181. Balatonfüreder Anna-Balls gekürt. Die erste Hofdame der Ballkönigin wurde Dóra Lasztovicza, eine 18-järige Schülerin aus Tapolca, die zweite Hofdame wurde Petra Havasi, die 16-jährige Ürömer Schülerin. Die Ballkönigin erhielt eine mit dem Viktória-Muster verzierte Vase, die erste Hofdame konnte eine Vase mit dem Rothschild-Muster, die zweite eine Vase mit dem Apponyi-Muster als Preis entgegennehmen.
Der vor drei Jahren gestiftete Ernő-Kiss-Preis wurde diesmal András Sugár, dem früheren Vorstandsvorsitzenden von T-Mobile, verliehen.
Der Festlichkeit des Abends steigerte, dass für die Gäste das Menü auf Porzellan mit dem Apponyi-Muster serviert wurde.
Den Ball wurde am Samstag Abend vom Minister für Landwirtschaft und Regionalentwicklung József Gráf eröffnet. Zu dem Ball war das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt, unter den Gästen befanden sich mehrere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Künstler. Am Sonntag Vormittag begleiteten der Bürgermeister Dr. István Bóka, der Vizebürgermeister Jenő Nagy und der Vizebürgermeister Dr. Pál Kiszely die Damen in Kutschen durch die Straßen der Stadt.