Professor Imre Schrammel
- 03. Oktober 2000. - 28. Februar 2001.
Imre Schrammel legte 1957 als Schüler von Miklós Borsos sein Diplom an der Ungarischen Fachschule für Kunstgewerbe im Lehrfach Porzellan ab. Seit 1958 unterrichtet er an dieser Fachschule. Von 1959 bis 1962 war er gleichzeitig als Künstlerischer Berater der Hollóházer Porzellan-Manufaktur tätig. 1969 spielte er eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung des ersten Keramik-symposiums von Siklós. Seit 1990 arbeitet er als Universitätsdozent und nahm in den folgenden Jahren aktiv an der Gründung der Einrichtung zur Ausbildung von Meistern der Bildenden Kunst an der Pécser Universität Janus Pannonius teil, deren Professor er 1991 wurde. Zwischen 1993-99 leitete er als Rektor die Ungarische Fachschule für Kunstgewerbe und übernahm 1996 die künstlerische Beratung der Herender Porzellanmanufaktur.
Imre Schrammel ist seit 1980 Mitglied der Kecskemét Group- des ersten Internationalen Künstlerverbandes für Keramiker sowie Gründungsmitglied der Ungarischen Kunstakademie (1991) und der sog.TERRA-Gruppe.
Unsere Ausstellung trägt den Namen einer Buchreihe, im Rahmen derer 1994 eine Auswahl aus dem Tagebuch Imre Schrammels mit dem Titel Tagebuch 1984-1994 erschien. Die Autoren der Reihe "Ausstellungen" (Belsö Tárlat) sind Hedvig Dvorszky und Péter Turcsány.
Die Ausstellung vermittelt einen Ausschnitt aus dem jahrzehntelangen Schaffen des Künstlers: aus Ton, Bronze, Schamott-Materialien sowie Porzellan entstandene Figuren, die sich als Portrait, mystische Aktkompositionen und Karnevalsfiguren dem Betrachter zeigen.
"Über Keramik zu sprechen lohnt sich erst dann, wenn wir die Kunst an sich als nebensächlich, oder aber als Aussenstehender betrachten. Die Antwort ist darauf zu suchen, wie es jemandem gelingt, innerhalb seines Schaffens seinen eigenen Pfad durch den tiefen Dschungel zu schlagen. Es bietet sich hier eine Möglichkeit der Betrachtungsweise an: der Mensch kämpft auf verschiedenen Schienen mit seiner Umgebung um sein Dasein. Dieser Kampf prägt jede seiner Zelle und wird in jeder kreativen oder nicht kreativen Bewegung sichtbar. In diesem Kampf selektiert er und definiert genau die ihm helfenden, die indifferenten und die ihm feindlichen Gebilde, Gegenstände und Medien. Deren Charakter hängt wiederum in starkem Masse von der Person selbst ab, wie auch vom Ort oder von der Zeit der Erfahrung. Es gibt jedoch solche uralten Erfahrungen, die wir geradezu als ein Erbe in uns bewahren, die unsere Kinder lenken, um dann von ihnen erneut geschaffen zu werden. Ich hege den begründeten Verdacht, dass gerade aus diesem Grunde bestimmte Formgebungen der Materialien immer wieder auftauchen und sich ähneln, obwohl sie unabhängig voneinander auf von einander entfernten Erdteilen entstehen. Gerade auf diese "Grunderscheinungen" können wir bauen, wenn wir in Richtung Synthese einen Ausweg aus unserer gegenwärtigen Verwirrung suchen." ( Aus dem Künstlertagebuch, Siklós, der 7.November 1984 )
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