- 06. September 2007. - 28. Februar 2008.
Der Farbenreichtum der Jahreszeiten erscheint in vielen Bereichen der Kunst, denn es gibt nichts Spannenderes, als die dauernde Veränderung zu zeigen, sie darzustellen, die sich wandelnde Schönheit als ewiges Kind zu bestaunen.
Zu sehen, wie die Landschaft aus ihrem Traum erwacht, sich wie im Leben als Kind entfaltet, in voller Pracht den Freudentanz vollführt, sich der Liebe hingibt, dann alles abgebend, was sie hat, in alter Weisheit den reinigenden Winter erwartet. Vielfarbig, mannigfaltig, bezaubernd und unfassbar, ein ewig andauernder, wahrhafter Kreislauf.
Die unglaublich reiche Palette der Herender Porzellan-Manufaktur als hervorragendem Vertreter der Porzellankunst ist zu einem großen Teil an die Jahreszeiten gebunden, sogar konkret an den Wechsel der vier Jahreszeiten. Wenn man die Sammlung überblickt, erinnert man sich an solche unverwechselbaren Bilder, denkwürdigen Ereignisse und unvergesslichen Erlebnisse, die wir alle ahnten, durchlebten und erlebten oder eben bestaunten. Die Herender Maler, die Meister aus dem Bakony zauberten das mit ausgezeichnetem Gespür auf das Porzellan und wenn wir uns darin vertiefen: Viele, viele Augenblicke des ewigen Kreislaufs wurden durch sie fasslich, unvergesslich wie durch eine Fotografie oder ein Gemälde.
Das Herender Porzellanmuseum und der Schauraum der Manufaktur sind die phantastischen Schauplätze für ein Musterarchiv der besondere Stimmungen schaffenden Dekore und Formen. Es gibt allgemein beliebte Motive und es gibt schon im Vergessen begriffene Muster, die oft nur bei einer thematischen Schau in das Rampenlicht gerückt werden und dann vielleicht den ihnen gebührenden Platz erhalten. Wir erweckten solche Gegenstände aus dem Dornröschenschlaf, die schon seit Jahrzehnten dem Publikum verborgen blieben.
Es ist möglich, dass Sie uns an einem regnerischen, trüben, grauen Herbsttag besuchen und eine kleine Ausstellung besichtigen: Sie werden staunen, wie viel Schönheit der Herbst doch zu bieten hat. Die Geschmackskavalkade herbstlicher Früchte, der Erntetanz, die prallen Trauben, der Most und der königliche Genuss des Heurigen, der unvergleichliche Duft gerösteter Maronen und das fallende Laub in Millionen von Farbschattierungen, die dem Frost trotzenden Blütenblätter und Jagden im kalten Morgengrauen, die aromatischen Pilze und der erste Schnee sind von unvergleichlichem Zauber.
Doch auch wenn Sie im Winter kommen, lassen wir Sie nicht ohne Erinnerungen und Erlebnisse ziehen. Auch das schönste Fest des Jahres erscheint in verschiedener Weise auf Herender Porzellan - ob in Andeutungen oder ganz prächtig am Christbaum hängend und auf diese Weise den Glanz des Festes mehrend. Doch auch der das Ende des Winters feiernde Faschings- und Karnevalstrubel tritt in Erscheinung. Auch das Symbol der Reinheit des Winters: das schneeweiße, prangende, noch ungeschmückte Herender Porzellan. Darin ist noch die Urkraft, die Schönheit, die Reinheit, die Vornehmheit zu spüren. Es ruht, wartet auf etwas. Auf das Erwachen, auf den Schmuck.


Das Erwachen könnte nicht besser dargestellt werden als durch das mit Schneeglöckchen geschmeckte Herender Porzellan. Der Vorbote des Frühlings, die unschuldige, in ihrer Einfachheit wunderschöne erste Blume.
Herender Porzellan: Es ist in zahlreichen Ländern der Welt der Inbegriff für Luxusporzellan. Seine Liebhaber und Sammler kennen auch in den entlegendsten Winkeln der Erde den Begriff "Herender". Die Jahreszeiten sind als Thema nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, thematisch zu sammeln. Doch es ist eine spannende Aufgabe und wie wir hoffen, auch ein spannendes Erlebnis, all die Naturwunder und Erscheinungen auf dem Porzellan wieder zu finden, die wir Jahr und Tag jeden Herbst und Winter bewundern. Unter weniger glücklichen Umständen nehmen wir sie einfach nur als ein übliches Vorkommnis zur Kenntnis. Und doch zeigt es sich in jedem Jahr von einer anderen Seite, die fallenden Blätter sind anders gelb, die Zwetschgen desselben Baums schmecken anders, auch beim Wein ist der Erfolg gewisser Jahrgänge kein Zufall und natürlich ist es nicht einerlei, ob wir Weihnachten allein verbringen oder mit unseren Lieben gemeinsam feiern. Und wenn auch nur in Nuancen ist das auf der gleichen Form mit demselben Dekor bemalte Herender Porzellan doch nicht vollkommen identisch. Das auf manufakturelle Weise hergestellte Porzellan gleicht einander niemals völlig und gerade deshalb ist es so besonders, so vollkommen wie die Natur.
Im Laufe der 181-jährigen Geschichte von Herend war die Manufaktur - wie die Natur - immer fähig, sich zu erneuern, immer fähig, sich mit dem Wind in neue Zeiten tragen zu lassen, doch das geschieht mit diesem Wissen in einer solchen Ruhe, wie wir sie vielleicht im Winterwald finden.