Tagebuch-Archiv2008 • 2007 Verbundene Links2008. März 13.Wir möchten uns für die längere Pause entschuldigen, doch vielleicht können die Länge und die Interessantheit des Berichts dafür entschädigen. Die Frankfurter Erlebnisse von Ákos Tamás, dem Designer der Manufaktur .... AMBIENTE - das bedeutet Umgebung - ist die vielleicht größte Messe der Welt für Einrichtung, Tischkultur und Geschenke, die jedes Jahr im Februar in Frankfurt am Main in der repräsentativen, zehn riesige Ausstellungshallen umfassenden Messestadt veranstaltet wird. In diesem Jahr stellten zwischen dem 8.-12. Februar 4600 Aussteller eine unglaubliche Menge an Erzeugnissen aus, die während der fünf Tage 150.000 Besucher anzogen. Jede der Ausstellungshallen ist mindestens dreigeschossig, doch das das Luxusporzellan vorstellende Gebäude Nr. 10 ist fünfgeschossig. Die Infrastruktur der Messe ist technisch sehr entwickelt, beispielsweise verbinden die Hallen lange Laufbänder in geschlossenen beheizten Korridoren, so dass man bei größter Kälte im leichten Anzug das gewaltige Angebot - das zum Vergleich 20 große Warenhäuser füllen würde - betrachten kann, das die Aussteller sehr aufwendig installiert ausstellen, teilweise an temporären, teilweise an ständig vorhandenen Ständen. Die Herender Porzellan-Manufaktur AG präsentiert sich schon seit Jahren an einem eigenen Stand in der Reihe der Weltspitze darstellenden und ebenfalls Luxusporzellan herstellenden Manufakturen wie der KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin bzw. Meissen. Der Zweck der Messe ist über die kommerziellen Resultate hinaus auch die Präsentation der die gestalterische Kreativität vorstellenden neuesten Erzeugnisse, mit denen die an der Spitze befindlichen Unternehmen durch ihre stilbildende Fähigkeit eine gute Wirkung auf die Entstehung der Modetrends ausüben können. Die im Sinne der Thematik der Messe - „dining", „living", giving", das heißt: Tischkultur, Einrichtung, Geschenke - in drei Themenbereiche gegliederten Produkte konnten in den einzelnen Pavillons gut übersehbar bestaunt werden, wenn jemand den mehrere zehn Kilometer langen Spaziergang durchhält. Herend stellte auf dem von den namhaftesten Luxusausstellern gesäumten Hauptgang an einem sehr eleganten Stand sein diesjähriges Angebot vor, das sich auf den Themenbereich Meer und Wasserwelt konzentrierte. Ganz ohne Zweifel war das spektakulärste Element die auf große Porzellanplatten gemalte Komposition, die am Eingang des Standes die überraschten Besucher empfing. Die mit einer besonderen technischen Lösung, mit einer originellen Idee - durch Magneten an der Wand zu befestigende Porzellanplatten geschaffene einheitliche Fläche eröffnet dem Herender Porzellan die Richtung zu einer neuen architektonischen Anwendung, das den kreativen Planern und Investoren von Luxusgebäuden eine noch unabsehbare Perspektive bietet. ![]() Wenn man den Stand betritt - und dabei die Geschicklichkeit der eine ständige Präsentation bietenden Porzellanmalerin bewundert - breitet sich vor dem Besucher die Pracht aus, die das ausgestellte Porzellan verströmt. Die Lebewesen der Meere - Fische, Schnecken, Korallenmotive - erscheinen dominant auf den Services, den Schmuckobjekten und den Figuren der diesjährigen Messe. Dadurch erhielt die gesamte Herender Ausstellung ein sehr starkes und einheitliches Erscheinungsbild. Das ist ein wichtiger Aspekt im Falle einer über einen derart breit gefächerten und bekannten Formen- und Dekorschatz verfügenden Manufaktur wie Herend. Neben den die Wasserwelt vorstellenden Erzeugnissen erhielt der Besucher auch einen Eindruck von den herausragenden Neuheiten der Luxusauswahl. Die wertvollste ist vielleicht ein mit kleinen Diamanten geschmücktes Ei - mit der Kombination von Porzellan und Gold und repräsentiert damit die alten und neuen Möglichkeiten des Porzellans in der Welt des edlen Schmucks. Der Preis des mit 15 Exemplaren limitierten Schmuck-Eis von 55.000 Dollar spricht für sich. Weitere limitierte Schmuckgegenstände präsentierten den Formenreichtum und die außergewöhnlich feine Handbemalung in den Nischen der den Ausstellungsraum in einem Halbkreis abschließenden Apsis. Das weltweit bekannte, klassische, zum Wahrzeichen von Herend gewordene Viktória-Muster bzw. VBO durfte nicht fehlen. Mit diesem Muster wurde auch das aus der Form des Glück bringenden vierblättrigen Klees entwickelte Fortuna-Frühstücks- und Tee-Set entwickelt. ![]() Die Herend-Ausstellung stieß an allen Messetagen auf sehr großes Interesse. Das ist vielleicht zu einem nicht geringen Teil dem Umstand zu verdanken, dass der ganze Stand in der Erscheinung, in dem Reichtum der ausgestellten Kunstobjekte, in dem Farbenreichtum an eine Schatzkammer erinnerte und die durch Pavillons schlendernden- durch die unglaubliche Menge an ausgestellten Waren schon fast erblindeten - Händler und Messebesucher zum Verweilen veranlasste. Ich selbst legte als Designer der Manufaktur mit einer kleineren Delegation viele Kilometer zurück, wir schauten in jeden Winkel und uns überraschte ebenfalls die Kraft des mit Händen zu fassenden Luxus, den die Herender Präsentation verströmte. |