2008. September 22.
Es ist ein besonderes Ereignis im Leben von Herend, denn, der Stimmung des Ausstellungsortes entsprechend und etwas Risiko in Kauf nehmend, präsentierte sich diesmal das moderne Herend Porzellan dem Publikum. Am Samstag wurde in feierlichem Rahmen die Ausstellung mit dem Titel „Herendtrend – Herend auf neuen Wegen“ im Palast der Künste eröffnet.
In Budapests jüngster, auch den Ansprüchen des neuen Jahrtausends restlos entsprechender, Mehrfunktionskulturanlage, kann die Ausstellung bis 15. Oktober besichtigt werden. Jene ungewohnte Herendvorstellung, bei der, wie Dr. Attila Simon, der Generaldirektor der Manufaktur in seiner feierlichen Grußbotschaft sagte, man an einer besonderen Zeitreise teilnehmen kann, bei der sich Vergangenheit und Zukunft begegnen.
Die Vergangenheit, da seit 182 Jahren das Porzellan in Herend in Handarbeit, manufakturell hergestellt wird, und die Zukunft, da jedes einzelne der Ausstellungsstücke modern, nach Vorne weisend, und sogar oft experimentell und ein Unikat ist. Die Aufgabe der kulturellen und künstlerischen Mission von Herend ist es auch, dem heutigen Menschen eine Alternative zu bieten; eine Wahlmöglichkeit, die den Traditionen von Herend entspricht, doch neuartig und modern ist. Diese Dualität charakterisiert im Allgemeinen auch die Ausstellungsstücke, von denen einige zum ersten Mal vom Publikum besichtigt werden können. Dr. Attila Simon hat in seiner Grußrede gesagt, dass es seiner Meinung nach immer die Mutigen, Unternehmungslustigen die Welt vorwärts bewegen. Es liegt nichts besonderes darin, hervorragender, als andere zu sein. Das wirklich besondere ist, wenn wir uns verglichen mit uns selbst verbessern können. Die Zukunft ist beschleunigt, und wer nicht in der Lage ist, den schnellen Rhythmus aufzunehmen, der bleibt zurück. Und da Herend heute die größte Porzellanmanufaktur der Welt ist, und auf jedem bewohnten Teil der Erde eine bekannte und anerkannte Marke ist, war es fähig, den Rhythmus aufzunehmen und besser, als sein früheres Ich zu werden. Sich Erneuern.
Nach seinen Gedanken erteilte er dem Kossuth-Preisträger und hervorragendem Künstler Tibor Szilágyi das Wort, der ein Freund von Herend ist und wonnig von seiner jahrzehntelangen Beziehung zu Herend, seinen persönlichen Erlebnissen und seinen Herend Gegenständen erzählte. Seine Reminiszenzen krönte er mit einem passenden Gedicht. Die Eröffnung wurde durch das Spiel des Querflötenkünstlers Szabolcs Kövi umrahmt.
Die in großer Zahl erschienenen Interessierten durften die Ersten sein, die an diesem besonderen Ort, diese besondere, von Herend ungewohnte Ausstellung betrachten konnten. Sie konnten sehen, welche Preise die hervorragenden Arbeitnehmer der Manufaktur bekommen können, auch von den heurigen Examensbesten gab es einige zu betrachten, und als spannenden Kontrast gab es in je einer Vitrine die besten Stücke unserer heutigen weiblichen und männlichen Designer nebeneinander. Natürlich konnten auch die erfolgreichsten neuen Muster der letzten Jahre nicht ausbleiben. Aber auch die Luft, das Fenster und die Wandoberfläche fungieren hier als Ausstellungsoberfläche, als Platz für Bumerangs, Masken und durchscheinende Porzellanplatten. Und am Abend zeigt die Ausstellung ein neues, zauberhaftes Gesicht, denn besondere durchscheinende Lampen, Farben und Formen verleihen dem Raum Atmosphäre.
Herend hat es in seiner 182 jährigen Geschichte dadurch geschafft, unter den Hervorragenden das Hervorragendste zu sein, dass es in der Lage war, sich anzupassen und sich ständig zu erneuern. Immer modisch zu bleiben. Das war der Schlüssel des Erfolgs, und das ist das Pfand der Zukunft. Und in diese Zukunft kann jetzt jeder täglich zwischen 10 und 22 Uhr im Palast der Künste, im Raum des Festivals hineinschauen.
Mit solch einer Auswahl zeigt sich die altehrwürdige Manufaktur selten, ein Besuch ist besonders zu empfehlen!