2008. September 26.
Am Mittwoch wurde auf dem Platz vor der Porzellanmanufaktur in Herend die Büste von Mór Fischer enthüllt und auch die dortige Promenade nach ihm benannt.
„Mór Fischer hat 1839, inmitten des Bakony eine solche Unternehmung auf einen Eroberungsweg gestartet, die Herend weltberühmt gemacht hat.“ Dies sagte László Vajai, der Bürgermeister der Stadt, in seinem Grußwort. Er betonte, dass durch die Enthüllung der Statue und der Umbenennung der bisherigen Parkpromenade in Mór Fischer Promenade die Stadt Herend ihre Anerkennung gegenüber dem Mann, der die Manufaktur aufblühen ließ, für jedermann offensichtlich machen möchte.
Attila Simon, der Generaldirektor der Porzellanmanufaktur Herend, erinnerte in seiner Rede daran, dass der Vorläufer der Fabrik, eine Manufaktur für Steingut, 1826 von Vince Stingl gegründet wurde, doch Mór Fischer kaufte ihm das in Konkurs gegangene Unternehmen ab und es war in Wahrheit er, der die Porzellanherstellung 1839 begann.
„Für ihn war nur perfektes Porzellan akzeptabel, und dieser Anspruch erhob ihn bald zum Lieferanten Nummer eins bei Adel und Aristokratie,“ sagte der Generaldirektor der heutigen Firma. Er erinnerte auch daran, dass die Weltausstellung 1851 in London nicht nur den Erfolg für Mór Fischer brachte, sondern auch den Beginn des Aufblühens der Manufaktur bedeutete.
„Das Leben und der Name von Mór Fischer ist verknüpft mit der Manufaktur, ist gänzlich eins mit Herend“ sagte der Generaldirektor in seinem Grußwort und führte aus, dass man ohne den großen Vorfahren nicht auf jetzige Erfolge bei Weltausstellungen und auf kaiserliche und königliche Kunden stolz sein könnte.
Der Schriftsteller Tivadar Farkasházy, direkter Nachfahre von Mór Fischer (sein Ur-Urenkel), zitierte in seiner Rede zur Enthüllung der Statue Lajos Kossuth, der auf der Ausstellung ungarischer Gebrauchskunst 1842 sagte, dass „Mór Fischer, mit den Werken seiner seit vier Jahren bestehenden und recht große Geldopfer kostenden Porzellanfabrik, der Gebrauchskunstausstellung eine recht erfreuliche Farbe verleiht.“
Der Ur-Urenkel verwies auch darauf, dass sein Vorfahre in Laufe seiner 37 jährigen Tätigkeit zahlreiche Goldmedaillen mit Herend gewonnen hat, und auch heute noch allgemein beliebte und gesuchte Porzellanmalmuster erschaffen hat, wie zum Beispiel das nach der englischen Königin benannte Viktoria Muster oder das Esterházy oder das Rothschild Muster.
Tivadar Farkasházy erzählte auch, dass Mór Jokai und Róza Laborfalvy Gäste der Manufaktur waren, und Mór Fischer dem „großen Märchenerzähler“ eine Herend Tasse schenkte und seine Überzeugung kundtat, dass sogar seine Urenkel mit Stolz den Besuch von Mór Jokai erwähnen würden. „Sogar die Ur-Urenkel,“ fügte Heiterkeit auslösend Tivadar Farkasházy hinzu, und enthüllte sodann in Gesellschaft des Bürgermeisters und des Generaldirektors die Kreation des Gebrauchskünstlers Szabolcs Zeke, die Büste von Mór Fischer.
Darauf folgend wurde im Tor von Herend die Skulpturengruppe „Gedanken über die Zukunft“ vom Gebrauchskünstler Imre Schrammel und den Töpfern von Herend enthüllt, die eine Vase zwischen zwei Karnevalsporzellanfiguren darstellt. Ferenc Köller, der Haupttöpfer der Manufaktur, basierte seine feierliche Grußbotschaft auf den Gedanken „Wirke, Schaffe, Mehre“ aus dem Gedicht Huszt von Ferenc Kölcsey. Darauf folgend wurde im Wäldchen die Porzellankomposition mit dem Titel „Verbundenheit“ des Munkácsy Preisträgers und Bildhauers Károly Szekeres enthüllt, über die der Künstler selbst eine Rede hielt.
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